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Gütersloh, 21.09.2017

Aktuelles

Demenz-Koordinator hat seine Arbeit aufgenommen

30.04.15

Gemeinschaftsprojekt von Klinikum und Bürgerstiftung

Benjamin Volmar ist nah dran an Patienten, die der besonderen Fürsorge bedürfen – Menschen mit Demenz. Denn besonders für sie kann ein Krankenhausaufenthalt verwirrend sein: Fremde Zimmer, Flure und Menschen führen oft zu einer Verschlechterung der Symptome. Häufig brauchen sie länger, wenn sie sich zum Beispiel von einem Beinbruch erholen müssen und die Demenz-Erkrankung gar nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht. Ärzte und Pflegekräfte können dieser Herausforderung in einem Akutkrankenhaus kaum gerecht werden. Darum hat das Klinikum Gütersloh den sogenannten Demenz-Koordinator eingestellt, die Bürgerstiftung Gütersloh stellt 90.000 Euro für dieses Projekt zur Verfügung.

Täglich besucht Demenz-Koordinator Benjamin Volmar (31) die verschiedenen Stationen des Klinikums. Er erkundigt sich bei den Pflegenden nach Patienten, die durch ihr Verhalten auf eine Demenz oder einen Verwirrtheitszustand schließen lassen. Als speziell ausgebildete Fachkraft macht er sich dann ein eigenes Bild des Patienten, stellt gezielte Fragen und führt leitliniengetreue Tests durch. Wenn nötig, kann schon kurzfristig ein ehrenamtlicher Patienten-Begleiter zu Besuch kommen und sich einige Zeit mit dem Patienten beschäftigen. Zeit, die die Pflegenden der Station sich üblicherweise nicht nehmen können.


„Benjamin Volmar ist als ausgebildeter Fachkrankenpfleger in der Altersmedizin und nach dem Studium der Psychiatrischen Pflege eine große Unterstützung für das Klinikum“, sagt Pflegedirektor Jens Alberti. „Das neue Projekt hat Vorbild-Charakter für andere Krankenhäuser.“ Patienten mit einer Demenz oder einer Tendenz zu einem sogenannten Delir könnten frühzeitig erkannt und ihren Bedürfnissen entsprechend umfassend behandelt werden. Zudem werden die Ärzte und Pflegenden durch den Demenz-Koordinator geschult und sensibilisiert.

„Demenz ist ein Thema, das uns als Stiftung aktuell sehr bewegt und unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen stellt“, sagt Brigitte Büscher, Sprecherin der Bürgerstiftung. „Wir fördern dieses Projekt mit 90.000 Euro, verteilt über drei Jahre, weil mit der Kompetenz von Benjamin Volmar der Umgang mit dem Thema weiter professionalisiert wird.“ Der Demenz-Koordinator hat als Mitarbeiter der gerontopsychiatrischen Ambulanz des LWL-Klinikums Gütersloh seinen festen Arbeitsplatz am Klinikum Gütersloh. Aktuell sind dort die Stationen drei und 18 der Gefäßchirurgie und der Pneumologie sowie die Zentrale Notaufnahme als Pilotbereiche vorgesehen. Im Verlauf wird Benjamin Volmar alle Fachbereiche des Klinikums betreuen.

„In Absprache mit den Ärzten und Pflegenden wird über Maßnahmen wie Medikation oder Essensbegleitungen gesprochen“, berichtet Benjamin Volmar. Wichtig sei es ebenso, dass diese Patienten von so wenigen Mitarbeitern wie möglich betreut würden. „Wir bekommen sehr viele positive Rückmeldungen von unseren Mitarbeitern und auch von den Angehörigen“, berichtet Pflegedirektor Jens Alberti über die ersten Wochen des neuen Projekts. Von der Aufnahme bis über die Entlassung hinaus werden die Besonderheiten von Menschen mit Demenz berücksichtigt.

„Der Demenz-Koordinator ist eine wertvolle Ergänzung zu den ehrenamtlichen Patientenbegleitern, die sich auch gezielt um Menschen mit Demenz kümmern und ihnen auf den Stationen Zeit und Aufmerksamkeit schenken“, sagt Stiftungs-Sprecherin Brigitte Büscher. Das Projekt unter der Leitung von Demenz-Coach Katja Plock wird von der Bürgerstiftung schon seit dem Jahr 2013 unterstützt und läuft getragen von vielen qualifizierten Ehrenamtlichen mit großem Erfolg. Dieses Angebot wird jetzt durch den Demenz-Koordinator Benjamin Volmar noch weiter ausgebaut und professionalisiert.

Foto:

Menschen mit Demenz im Fokus: (von rechts) Demenz-Koordinator Benjamin Volmar, Demenz-Coach Katja Plock, Dr. Bernd Meißnest (LWL-Klinikum), Katrin Meyer und Brigitte Büscher (Bürgerstiftung Gütersloh), Chefarzt Prof. Dr. Axel von Bierbrauer zu Brennstein, Pflegedirektor Jens Alberti und Geschäftsführerin Maud Beste