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Gütersloh, 21.09.2018

Aktuelles

Geschulter Blick auf Menschen mit Demenz

13.04.18

Gemeinschaftsprojekt Demenz-Koordinator ist zu Ende gegangen

Drei Jahre lang hat Benjamin Volmar Menschen mit Demenz seine besondere Aufmerksamkeit im Alltag eines Akutkrankenhauses geschenkt – mit Erfolg. Durch seine Arbeit als Demenz-Koordinator konnten sie besser versorgt werden. Das Gemeinschaftsprojekt der Bürgerstiftung, des Klinikums Gütersloh und des LWL-Klinikums ist jetzt nach drei Jahren zu Ende gegangen. Doch Benjamin Volmar wird seine Arbeit fortführen: Seine Stelle bleibt erhalten und wird von den beiden beteiligten Kliniken getragen. 

Sein Abschlussbericht ist dick und steckt voller Eindrücke – Benjamin Volmar hat eine umfassende Dokumentation des interdisziplinären Projekts vorgelegt. Darin kommen Ärzte, Pfleger, Ehrenamtliche und Angehörige zu Wort. So beschreibt eine Mitarbeiterin: „Der Demenzkoordinator hilft uns, wenn wir z. B. nicht genau wissen, ob es Demenz oder ein Delir ist. Er ist auch im Gespräch mit den Ärzten und Angehörigen.“

Viele unterschiedliche Beteiligte konnten von Volmars Kompetenz und Unterstützung profitieren. „Für die Demenz-Patienten haben wir eine bessere medizinische Versorgung erreicht“, sagt Benjamin Volmar. „Weil wir ihre besonderen Bedürfnisse kennen, konnten wir ihnen mehr Zeit und Aufmerksamkeit auch z. B. durch den Einsatz von Ehrenamtlichen geben. Das war und ist auch für viele Angehörige der Patienten wichtig und oft ein beruhigendes Gefühl.“

Bernd Meißnest, Chefarzt der Gerontopsychiatrie am LWL-Klinikum, weiß um die besonderen Bedürfnisse von Demenz-Patienten: „Ihre Orientierungslosigkeit ist groß – wo bin ich und was geschieht hier mit mir?“ Doch eine Antwort auf diese Fragen können sie im normalen Betrieb eines Akutkrankenhauses nicht immer bekommen. Manchmal werden Demenz-Probleme der Patienten bei der Aufnahme gar nicht erkannt. „Das ist wichtiger Bestandteil der Arbeit eines Demenz-Koordinators: Wird eine Patient aufgenommen, hilft er bei der Identifizierung einer Demenz, die dann bei der Behandlung und Pflege berücksichtigt werden kann. Außerdem schult er die Mitarbeitenden und berät Angehörige.“

Die Bürgerstiftung Gütersloh hat das Projekt mit 90.000 Euro möglich gemacht. „Wir sind uns sicher, dass das bestens investiertes Geld ist“, sagt Brigitte Büscher, Sprecherin der Bürgerstiftung. In den letzten drei Jahren habe sich das Bürgerstiftungs-Team immer wieder über den Verlauf des Projekts informiert. „Demenz ist für uns ein wichtiges Thema“, sagt Katrin Meyer, die im Stiftungs-Vorstand für die Projektarbeit verantwortlich ist. „Viele Bausteine bilden zusammen ein Gesamtkonzept: Der Demenz-Koordinator arbeitet mit den ehrenamtlichen Patientenbegleitern unter Anleitung von Demenz-Coach Katja Plock zusammen und mit dem „Nachtcafé“ gibt es ein zusätzliches Betreuungsangebot für Demenz-Patienten. Wir sind froh, dass wir bei allen Projekten so konstruktiv mit den Kliniken zusammen arbeiten können.“

Das Projekt wurde im März 2015 an den Start gebracht. Dass es nun so erfolgreich zu Ende gegangen ist und die Arbeit im Klinikum fortgeführt wird, liege auch am Engagement von Benjamin Volmar, sagt die Geschäftsführerin des Klinikums Maude Beste. „Unser Demenz-Koordinator hat sich den Respekt und die Akzeptanz der Kollegen im Klinikum schnell erarbeitet. Die Rückmeldungen sind so positiv und die Verbesserung der Behandlungen spür- und messbar, dass wir uns zur Fortführung entschlossen haben.“ Perspektivisch wünschen sich alle Beteiligten, dass das Gütersloher Beispiel Schule macht und andere Kostenträger wie z. B. Krankenkassen in die Finanzierung mit einsteigen.Foto:

Projekt-Abschluss mit Erfolg – der Demenz-Koordinator des Klinikums Benjamin Volmar legt Brigitte Büscher (Bürgerstiftung links) und Katrin Meyer (Bürgerstiftung rechts), Maude Beste und Jens Alberti (beide Klinikum Gütersloh) und Bernd Meißnest (LWL Klinikum) einen umfangreichen Bericht vor.