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Gütersloh, 23.04.2017

Aktuelles

Menschen mit Demenz im Blick

Gütersloh - 04.09.14

Bürgerstiftung Gütersloh startet Gesundheitsprojekt „Demenz-Koordinator“ am Klinikum Gütersloh

Gütersloh. Manchmal ist ein Krankenhaus eine Welt für sich - besonders für Menschen mit Demenz: fremde Räume, ungewohnte Abläufe, neue Therapien, unbekannte Menschen. Das verwirrt und verunsichert. Und das kann den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. Das gilt für Menschen, deren dementielle Erkrankung schon bekannt ist. Aber besonders auch für die, bei denen das noch nicht der Fall ist: Erst im Ausnahmezustand einer akuten Krankenhausbehandlung wird die Zweitdiagnose Demenz offensichtlich. Um Demenzpatienten eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Behandlung zu bieten, führt das Klinikum Gütersloh das Projekt „Demenz-Koordinator“ ein. Unterstützt wird das Projekt von der Fachkompetenz des LWL-Klinikums Gütersloh; die Bürgerstiftung Gütersloh wird den Großteil der Projekt-Kosten tragen und hat dafür 90.000 Euro bereit gestellt.
„Im Klinikalltag ist es mitunter schwierig einen Patienten mit der Zweitdiagnose Demenz so umfassend zu betreuen, wie es wünschenswert wäre“, sagt Professor Dr. Axel von Bierbrauer zu Brennstein, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III am Klinikum Gütersloh. Mit der Einführung der ehrenamtlichen Begleiter für Menschen mit Demenz im Jahr 2013 hat das Klinikum Gütersloh bereits eine deutliche Verbesserung für Demenzpatienten erreicht. Hierbei werden die Betroffenen auf den Stationen von Ehrenamtlichen besucht. Dieses Angebot wird jetzt ergänzt durch das neue Projekt „Demenz-Koordinator – Unterstützende Strukturen für Patienten mit dementiellen Erkrankungen“.

Der Koordinator wird als speziell qualifizierter Mitarbeiter eine strukturierte und professionelle Begleitung von Demenz-Patienten schon ab der Aufnahme sicherstellen. Er hat als Mitarbeiter der gerontopsychiatrischen Ambulanz des LWL-Klinikums Gütersloh seinen festen Arbeitsplatz am städtischen Klinikum Gütersloh. „Das Projekt wird Modell-Charakter für andere Krankenhäuser haben“, sagt Bernd Meißnest, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am LWL-Klinikum. „Aus der Gerontopsychiatrie bringen wir unsere Erfahrung und Kompetenz in der Behandlung mit Demenzerkrankten zum Patienten und erleichtern so für alle Beteiligten - Patient, Angehörige, Mitarbeiter - die Behandlung.“

Die Bürgerstiftung möchte mit der Finanzierung dieses Projekts einen weiteren Baustein in der Betreuung von Menschen mit Demenz in Gütersloh etablieren. „Kuratorium und Vorstand haben der Finanzierung mit 90.000 Euro verteilt über drei Jahre gerne zugestimmt“, sagt Brigitte Büscher, Sprecherin der Bürgerstiftung. „Denn auch die ehrenamtlichen Patientenbegleiter am Klinikum gehören bereits zu den Gesundheitsprojekten, die wir fördern. Wenn jetzt die interdisziplinäre Arbeit des neuen Demenz-Koordinators hinzu kommt, hoffen wir, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz in Gütersloh verbessern zu können.“

So wird der besondere Blick auf Menschen mit Demenz in den Krankenhausalltag integriert: In der Zentralen Notaufnahme des Klinikums wird der Demenz-Patient interdisziplinär gesehen. Die ersten diagnostischen und therapeutischen Schritte können von den Fachkräften geplant werden. Hier wird dem Demenz-Koordinator eine besondere Bedeutung zukommen.

„Der Koordinator kommuniziert mit allen an der Behandlung eines Patienten beteiligten Fachkräften wie Ärzte, Pflegende, Sozialarbeiter und Psychologen“, sagt Professor Dr. Axel von Bierbrauer zu Brennstein. Er ist auch ein wichtiger Ansprechpartner für die Angehörigen. Die Fachkräfte werden regelmäßig in speziellen Untersuchungsverfahren geschult, um Menschen mit Demenz besser erkennen zu können. Dadurch entsteht am Klinikum Gütersloh ein spezialisiertes Netzwerk mit kurzen Wegen, das eng mit den niedergelassenen Ärzten und dem LWL-Klinikum zusammenarbeitet.

Die Patienten erfahren in den Fachkliniken des Klinikums Gütersloh eine umfassende Behandlung, wobei ihre Grunderkrankung Demenz zu jeder Zeit berücksichtigt wird. Mit dieser neuen Struktur kann die Behandlung eines betroffenen Patienten in einem Akutkrankenhaus besser, effektiver und schneller durchgeführt werden. Das führt zu einer deutlich größeren Zufriedenheit bei den Betroffenen, bei den Angehörigen und Einweisern. So werden durch passgenaue Maßnahmen von der Aufnahme bis über die Entlassung hinaus die Besonderheiten von Menschen mit Demenz berücksichtigt.

Bildzeile von links nach rechts:

Katrin Meyer, Vorstand Projekte Bürgerstiftung Gütersloh
Maud Beste, Geschäftsführung Klinikum Gütersloh
Brigitte Büscher, Sprecherin des Vortandes Bürgerstiftung Gütersloh
Katja Plock, Projekt „Ehrenamtliche Patientenbegleitung“ Klinikum Gütersloh
Bernd Meißnest, Chefarzt der Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am LWL-Klinikum
Professor Dr. Axel von Bierbrauer zu Brennstein, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin III am Klinikum Gütersloh
Jens Alberti, Pflegedirektor Klinikum Gütersloh