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Gütersloh, 21.11.2017

Preis der Bürgerstiftung Gütersloh

Der Preis der Bürgerstiftung Gütersloh wird seit 1998 an Gütersloher Initiativen und Bürger verliehen, die sich vorbildhaft und tatkräftig für die Förderung und Wiederherstellung der Gemeinschaftsfähigkeit einsetzen. Honoriert werden die Preisträger für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement, beispielhafte Ideen, Projekte und Vorhaben. Sie tragen zur Verbesserung des Zusammenlebens und der Lebensqualität in der Stadt Gütersloh bei und regen zur Nachahmung an.

Preisträger 2016

Leben im Alter: Helfen und Gemeinschaft stiften

Preis der Bürgerstiftung Gütersloh 2016 geht an die Ehrenamtlichen der "AntiRost"-Initiative und der "AWO-Wichtel"

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die das Leben im Alter schwierig machen: der Abfluss ist verstopft, im Kühlschrank ist das Licht kaputt und der Rauchmelder installiert sich auch nicht von alleine. Gut, dass es ehrenamtliche Helfer gibt, die gerne ins Haus kommen, um schnell und unkompliziert zu helfen. In Gütersloh haben sich zwei Initiativen diesem Dienst am Nächsten verschrieben: die AntiRost-Initiative und die AWO-Wichtel. Beide werden für diesen ehrenamtlichen Einsatz mit dem Preis der Bürgerstiftung 2016 geehrt, der mit 5.000 Euro dotiert ist.

„Hinter Anti-Rost stecken elf rüstige Senioren, die zum einen selber nicht einrosten wollen und zum anderen sehr gerne anderen Menschen helfend zur Seite stehen", sagt AntiRost-Helfer Elmar Westerbarkey. "So hat das Leben im Alter die eine oder andere Tücke weniger." Auch die AWO-Wichtel übernehmen kleine Arbeiten im Haushalt von Senioren und behinderten Menschen, die in der Regel kein Handwerksbetrieb ausführt. "Tropfende Wasserhähne oder ein knarzender Stuhl - wir erledigen das gerne", sagt Rudolf Räder. Was ihn antreibt, das ehrenamtlich zu tun? "Es macht mich einfach zufrieden und glücklich, wenn ich anderen helfen kann."

Dieses Engagement wird nun von der Bürgerstiftung Gütersloh geehrt und mit 5.000 Euro unterstützt. „Die AWO-Wichtel und die AntiRost-Initiative sind natürlich sehr viel mehr als gute Helfer im Haushalt", sagt Dr. Ernst Wolf, Kuratoriumsvorsitzender der Bürgerstiftung, bei der feierlichen Preisverleihung in der Stadthalle Gütersloh. "Denn sie bringen neben ihrem Werkzeug vor allem eines mit: Zeit! Die Ehrenamtlichen suchen das Gespräch mit den zumeist alleinstehenden und manchmal auch einsamen Menschen. Diese Mitmenschlichkeit hat uns überzeugt und darum freuen wir uns sehr, dieses Ehrenamt zu würdigen und zu fördern."

Wenn die ehrenamtlichen Helfer von ihrer Arbeit berichten, dann spielt immer auch die Dankbarkeit der Menschen eine Rolle. "Meistens blubbert in der Küche schon die Kaffeemaschine und es wartet ein Stückchen Kuchen auf uns, wenn wir noch unter dem Waschbecken liegen und den Abfluss montieren", berichtet Rolf Render von der AntiRost-Initiative. "Wir bekommen viel Dankbarkeit zurück - und das tut uns auch gut."

Diese Art der nachbarschaftlichen Hilfe ist zugleich unkompliziert - aber auch professionell. "Handwerklich sind wir in unserem Team ziemlich gut aufgestellt", sagt der Vorsitzende von AntiRost Elmar Westerbarkey. "Aber wir schulen uns auch psychologisch, um auch für sensible, manchmal auch traurige Situationen gewappnet zu sein. Die Erfahrung, dass viele Senioren wirklich einsam sind, haben wir bei vielen unserer 600 Einsätze pro Jahr immer wieder machen müssen."

Aber oft können die helfenden Senioren auch lachen über ihre Einsätze. AWO-Wichtel Rudolf Räder zum Beispiel war angerückt, um im Kühlschrank einer alten Dame die Glühbirne zu wechseln. Weil sie stark sehbehindert war, konnte sie ihr Essen nur ertasten. "Ich traf die Dame kurz darauf in der Stadt wieder", erzählt Räder. "Schon von weitem rief sie mir freudig entgegen: "Sie haben mein Leben gerettet! Endlich kann ich wieder sehen, was ich esse." Ich glaube, das werde ich nie vergessen, das hat mich echt gerührt."