Wir fördern Gesundheit!
Die Bürgerstiftung Gütersloh unterstützt den öffentlichen Gesundheitssektor. Für diese Projekte stellt insbesondere der Wixforth Fonds Gesundheitswesen Mittel bereit, und auch ein Teil der Erträge des Bürgerbrunch 2010 wird hier eingesetzt. So kann die Stiftung Menschen in Gütersloh helfen, die eine schwierige Zeit ihres Lebens meistern müssen.
Zum Beispiel: Psychoonkologische Betreuung
Der Kampf gegen Krebs ist hart. Er kostet Kraft und ist manchmal doch vergebens. Die Menschen, die mit der Diagnose Krebs leben müssen, kämpfen gegen Ängste, Depressionen, Schlafstörungen, Übelkeit. Sie finden Hilfe in der Psychoonkologischen Betreuung am Klinikum Gütersloh, und dort bei der Diplom-Psychologin Ulrike Weickert-Zimmermann. Die Bürgerstiftung initiierte das Projekt 2006 und fördert es seitdem.
„In den patientenorientierten Gesprächen wird die Bewältigungskompetenz gefördert und ein hilfreicher Umgang mit der Erkrankung erarbeitet. Ganz wichtig ist immer die Suche nach dem, was hilft, was Kraft gibt und unterstützt“, sagt die Psychologin. Ihr Angebot hat ein großes Echo gefunden bei Patienten, aber auch Mitarbeitern und Angehörigen. Im Jahr 2010 hat sie in ihrer Vollzeit-Stelle mehr als 500 Patienten betreut und verzeichnet mehr als 800 Gesprächskontakte.
Die Stelle der Psychoonkologin bleibt fester Bestandteil des Behandlungsangebotes des Klinikums, auch wenn die Förderung der Stiftung zum Ende 2011 aus- läuft. Dr. Gerd Wixforth sieht damit das Hauptziel erreicht: „Wir haben den Anschub gegeben und sehen nun, dass das Geld gut angelegt ist.“
Zum Beispiel: Trauminsel
Seit 2010 hilft die Bürgerstiftung schwerkranken Kindern und ihren Familien in Gütersloh und versucht, ihre Lebensqualität zu verbessern. In einer Klinik werden die kleinen Patienten und ihre Familien in der Regel umfassend betreut, doch so- bald sie wieder nach Hause zurückkehren, stehen sie oftmals allein da. Hier setzt das Projekt „Trauminsel“ an: Es ist therapeutisches Spielzeug und Konzept zu- gleich, das Heilung und Entwicklung der Kinder fördert.
Die Kinder bekommen von der Stiftung nach der akuten Klinikphase eine individuell entwickelte Patchwork-Decke geschenkt. Intensive therapeutische Gespräche mit Kindern und Eltern fließen in die Entwicklung dieser Decke mit ein. Nach einer großen Verunsicherung durch Krankheit, Schmerzen und Ängste können Kinder und Eltern über das Spiel ins Leben zurückfinden und gesund werden.
Lange und intensive Gespräche mit den Kindern und Eltern gehen der Entwicklung der individuellen Decken voraus. Gerade diese therapeutische Arbeit hilft allen Beteiligten, auch mal wieder Wünsche, Träume und Ideen in den Blick des Lebens zu nehmen. Man muss nicht immer nur über Krankheit reden! Entwickelt haben das Projekt die Gütersloher Therapeutin Alexandra Heinzelmann und die Geschäftsführerin der Bürgerstiftung, Nina Spallek.
Außerdem sind viele ehrenamtliche Zeit- und Sachspender an der Trauminsel beteiligt: Die Decken werden unentgeltlich von der Gruppe „Die Pätschwörker“ rund um die Gütersloher Quilterin Rosemarie Reinelt genäht; die Gütersloher Hutmacherin Iris Schöneberg steuert handgefertigte Mützen bei; und auch die Therapeutin leistet einen Teil ihrer Arbeit ehrenamtlich.
Unsere Trauminsel-Kinder:
Tibelya, geboren 2005, hatte ein Nierensarkom (Krebserkrankung), dessen stationäre Therapie abgeschlossen ist. Vor ihrer Krankheit hat sie liebend gern Prinzessin gespielt und ihre langen Haare geflochten. Sie hat von Flügeln geträumt und davon, wie eine Fee zaubern zu können. Tibelyas „Trauminsel“ hat das Motiv „Prinzessin“ aufgenommen, in den Taschen und Geheimverstecken der Patchwork-Decke sind Zauberstäbe und Flechtbänder versteckt.
Hannah, geboren 2007, hatte eine akute lymphatische Leukämie, deren stationäre Behandlung abgeschlossen ist. Sie liebt Schäfchen - doch als sie lange Wochen im Krankenhaus verbringen musste, konnte sie nur davon träumen, ihre Liebling- stiere auch mal streicheln zu können. Auf ihrer „Trauminsel“ ist ein weiches Schäfchenfell eingearbeitet, in den Taschen und Verstecken ist Platz für Flummis und kleine Geheimnisse.
Jan, geboren 2001, ist mit einer Spina bifida (einem sogenannten „offenen Rücken“) zur Welt gekommen. Er sitzt im Rollstuhl, wird niemals laufen können und bestimmt noch viele Operationen über sich ergehen lassen müssen. Wenn er groß ist, möchte er Detektiv werden oder Fußballtorwart. Am liebsten aber wohl beides. In den Taschen seiner „Trauminsel“ kann er Fußballhandschuhe, einen Mini-Fußball zum Kicken und eine 1a-Detektiv-Ausrüstung verstauen und verstecken.