Sie sind unbezahlbar - unsere Ehrenamtlichen!
Die ehrenamtlichen Helfer der Bürgerstiftung sind unterschiedlich: Manche leisten kontinuierlich einen Beitrag, andere helfen bei bestimmten Projekten. Stellvertretend berichten diese Vier, warum sie sich haben anstiften lassen.
Zum Beispiel: Elisabeth Böddeker
„Wenn ich für die Bürgerstiftung im Projekt „Musik im Seniorenheim“ mitarbeite, bewegt es mich immer wieder, die offenen Augen der alten Menschen zu sehen. Sie werden von der Musik und den Liedern so berührt, dass sie Tränen in den Augen haben oder sich ein Lächeln des Erinnerns zeigt – ein Spiegel ihrer Lebensgeschichte. Das sind so schöne Momente. Oder beim 1. Bürgerbrunch in Gütersloh haben tausende von uns gemerkt, wie gut es tut, miteinander zu essen, in einem großen offenen Esszimmer zu sitzen, zu plaudern, einfach miteinander zu sein. Dies zeigt, es gibt ein Bedürfnis nach Gemeinsamkeit und danach, gebraucht zu werden. Wirklich etwas bewirken kann jeder „vor der eigenen Haustür“, dort beeinflussen wir das Miteinander. Das Kleine wirkt sich immer auf das Große aus: In einer guten sozialen Atmosphäre haben Drogen, Verbrechen und Brutalität eine kleinere Chance. Genau aus diesem Grund bin ich ehrenamtlich tätig.
Ich gebe, was ich an Kraft und Zeit habe, an andere weiter und bekomme viel zurück. Daraus kann ich Kraft schöpfen und lerne die Menschen neben mir kennen. Hier in unserer Stadt kann ich mithelfen, die soziale Ebene positiv zu beeinflussen und aufrecht zu erhalten. Ich kann mich einbringen, das ist ein gutes Gefühl.“
Zum Beispiel: Marcus Dodt
„Ausgestattet mit einem ordentlichen Pflichtgefühl, getrieben vom guten Willen und der Begeisterung, sich einzubringen – das sind einige Gründe für mein Engagement bei der Bürgerstiftung. Engagement macht dann besonders Spaß, wenn alle an einem Strang ziehen. Bisher war ich der Meinung, die Bürgerstiftung bestehe nur aus besonders spendablen Gütersloher Häuptlingen – weit gefehlt. Im Sommer 2010 durfte ich als Mitglied des Bürgerbrunch-Planungsstabes feststellen, wie aus allen Häuptlingen Indianer wurden, aktiv mit anpackten. Das Wir-Gefühl der Bürgerschaft zu stärken, ist für mich eine wichtige Aufgabe einer Bürgerstiftung. Dies stößt in Gütersloh auf besonders fruchtbaren Boden, wie man eben beim Bürgerbrunch erleben konnte – kocht hier doch sonst jeder gern sein eigenes Süppchen.“
Zum Beispiel: Annegret Hoffmann
„Ich habe mich in die Entwicklung des Projektes „Trauminsel“ eingebracht, weil ich es als sinnvoll empfinde, Kinder und ihre Familien auf dem Weg von der Klinik nach Hause zu begleiten. Der Mittelpunkt meiner Familie ist unser Sohn Manuel. Er ist 13 Jahre alt, und wir sind dankbar, dass er mit seiner schweren Krankheit zu Hause leben kann. Rund um die Uhr ist er auf Zuwendung und Pflege angewiesen, sein Kinderzimmer gleicht einer kleinen Intensivstation. Durch meine Lebenssituation fühle ich mich verbunden mit Familien, die auch ein „besonderes“ Kind in ihrer Mitte haben. Ich weiß auch um die Sensibilität betroffener Eltern: Darum habe ich mich auch als evangelische Pfarrerin bemüht, bei der Erstellung der Fragebogen unter seelsorgerlichem Aspekt beratend mitzudenken. Ich fand es bewegend, dass bei allen ehrenamtlichen Helferinnen der Trauminsel echtes Interesse und Anteilnahme für die Kinder, um die es ging, zu spüren war. Das war für mich eine Bereicherung.“
Zum Beispiel: Lucia Rühling
„Ich bin ganz ehrlich: Am Anfang war ich eigentlich nur auf der Suche nach einem neuen Job, der so richtig Spaß machen sollte! Finanzielle Beweggründe standen nicht im Vordergrund, und eine ehrenamtliche Tätigkeit kam durchaus auch in Frage. Mein Einstieg bei der Bürgerstiftung während der heißen Vorbereitungsphase zum Bürgerbrunch war als Schnupperzeit gedacht. Die hat mich so begeistert, dass ich sofort dabei gebliebenen bin! Ich arbeite jetzt an vier Tagen pro Woche in der Geschäftsstelle, erledige „normale Büroarbeit“ und betreue unterschiedliche Projekte. Es ist eine der befriedigendsten Tätigkeiten, die ich in meinem beruflichen Leben je ausgeübt habe! Ich habe bis jetzt auf der Sonnenseite des Lebens gestanden. Daher empfinde ich es zunehmend als richtig für mich, etwas von dem zurückzugeben, was ich an Positivem bekommen habe!“



