Bürgerstiftung Gütersloh.
Von Bürgern – Für Bürger.

Wasser am Limit

Es war kein Sprung ins kalte Wasser. Mit großem Interesse haben die „Aufwind“-Stipendiat*innen der Bürgerstiftung Gütersloh zusammen mit ihren Kolleg*innen von der Bürgerstiftung Bielefelder Bürgerstiftung Menschenrecht zum Machtinstrument“ absolviert. Die beiden Dozenten Marie Kemter und Timur Kocaoglu vom überparteilichen, am Politischen Bildungswerk NRW angedockten Verein zur Förderung politischen Handelns (v.f.h.) nahmen die Jugendlichen mit auf einen aufschlussreichen Streifzug durch die Welt des Wassers. Ziel war es, dass sich die Stipendiat*innen intensiv mit den zentralen Fragen zum Wasser als einer begrenzten Ressource auseinandersetzen sollten. In überwiegend interaktiven Runden ging es dabei nicht nur darum, ökologische und globale Zusammenhänge sowie wirtschaftliche und politische Interessen zu erkennen, sondern auch um soziale Gerechtigkeit. Und um die eigene Verantwortung im Umgang mit dem Wasser.

Die Dozenten erläuterten zunächst den Wasserkreislauf, der unsere Erde am Leben erhält. Sie erklärten, wie Industrie und Klimawandel die Wasserkrise verschärfen und warum diese Entwicklungen vor allem Länder und Regionen treffen, die ohnehin über wenige Ressourcen verfügen. Intensiv wurden dann Fragen diskutiert wie „Wer profitiert von Wasserhandel und Privatisierung? Wie viel Wasser verbrauchen Industrie und Landwirtschaft. Welche Konflikte können entstehen, wenn dieses Wasser nicht mehr allen gleichermaßen zur Verfügung steht? Und ganz wichtig: Was hat das alles mit unserem Alltag zu tun?

Zahlen wie 120 Liter, die durchschnittlich jeder Mensch pro Tag an Trinkwasser, fürs Duschen, Baden, Kochen, Waschen und die Toilettenspülung verbraucht, ließen aufhorchen und stimmten sehr nachdenklich. Und da ist das sogenannte „virtuelle Wasser“ zur Herstellung von Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, Reis und Kartoffeln, von Kleidung und von allen möglichen Produkten wie Batterien für E-Autos oder moderne Techniken wie KI noch gar nicht mit eingerechnet. Wird das alles mitberücksichtigt, liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei durchschnittlich 4000 Litern.

Den Teilnehmenden wurde in diesem Seminar deutlich, dass Wasser eben nicht nur eine natürliche Ressource, sondern vor allem ein hochumkämpftes Gut ist. Entscheidend dabei: Die Jugendlichen nahmen Handlungsmöglichkeiten für eine nachhaltige Zukunft mit.