„Wir leben in bewegten Zeiten mit multilateralen Krisen, einem Krieg in Europa und einer tiefen Rezession in Deutschland. Ein Makrokosmos, der verunsichert. Umso wichtiger ist es, den Mikrokosmos vor Ort zu stärken, um die Zugkräfte, die auf unsere Gesellschaft einwirken, auszuhalten. Und genau dafür steht die Bürgerstiftung. Als Team leisten wir viel und haben viel zu bieten – dank Ihrer Unterstützung.“
Damit bedankte sich Dr. Reinhard Zinkann, Kuratoriumsvorsitzender der Bürgerstiftung Gütersloh, beim jüngsten Stifter- und Patenforum bei den langjährigen und auch neuen Unterstützern, die die Realisierung vieler guter Ideen und Projekte durch ihr finanzielles Engagement ermöglichen. „Wir alle können stolz sein“, so Dr. Zinkann, „denn wir haben das erste Mal bei den Einnahmen die Millionengrenze überschritten.“ Eine Nachricht, die die gut gelaunten Gästen in der sommerlich dekorierten Deele vom gastfreundlichen Meierhof Rassfeld mit viel Applaus aufnahmen.
Weitere Zahlen aus dem druckfrischen Tätigkeitsbericht 2025 lieferte Vorstandsmitglied Dr. Reinhard Liedl. So wurden insgesamt 594.055 Euro für 75 Projekte in den Schwerpunktbereichen Bildung, Gesundheit, Integration, Soziales und Kultur aufgewendet. 569.559 Euro befanden sich zum Abschluss des Geschäftsjahres noch in der Rücklage für bereits beschlossene, zukünftige Projekte inklusive nicht verbrauchter, zweckgebundener Spenden. Das Stiftungskapital betrug zum 31. Dezember 2025 12,9 Millionen Euro.
Viele der innovativen Projekte haben ihre ganz eigene Erfolgsgeschichte. So stellte die Vorstandsvorsitzende Katrin Meyer im Gespräch mit Katja Plock, Demenz-Coach am Klinikum Gütersloh, das dort angesiedelte „Wohnzimmer“-Projekt vor. Ein Ruhepol für Patienten mit Demenz. Schon mehr als 1200 Betroffene haben bislang von diesem Angebot mit seinem besonderen Betreuungskonzept durch geschulte Kräfte profitieren können. Die Bürgerstiftung finanziert dieses zunächst auf drei Jahre angelegte Modellprojekt in Kooperation mit der Erich und Katharina Zinkann-Stiftung mit insgesamt 223.000 Euro.
Eine weitere Erfolgsgeschichte: Der Adventskalender der Bürgerstiftung. Nach elf Jahren hat Katja Soehnle-Miele die Projektleitung abgegeben und wurde für ihren vorbildlichen, in jeder Hinsicht gewinnbringenden Einsatz – es kamen in der Zeit rund 350.000 Euro zusammen – mit einem großen Blumenstrauß und unter lautstarkem Beifall verabschiedet. Ihre Nachfolge tritt Gaby Horsmann an, die nun zusammen mit der erfahrenen Brigitta Resch das „A-Team“ der Bürgerstiftung bildet.
Verabschiedet wurden auch drei „Aufwind“-Stipendiatinnen: Diana Gergova, Loona Braun und Natalia Lupusor. Im Kurzinterview mit Geschäftsführerin Nina Spallek verrieten sie, welchen Aufwind ihr Leben erfahren hat dank der Workshops, Persönlichkeitstrainings, Firmenbesuche, Studienfahrten und Kulturangebote. „Stipendiat der Bürgerstiftung zu sein, bedeutet nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern Hilfe durch Menschen zu bekommen, die an mich geglaubt und die mir gezeigt haben, dass ich viel mehr kann, als ich gedacht habe“, brachte es Diana auf en Punkt. Sie hat sich für ein duales Studium bei der Firma Goldbeck entschieden. Natalia liebäugelt mit einem Architekturstudium und Loona hat schon die Koffer gepackt für eine Europareise mit InterRail – ehe sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr in der Kinderchirurgie in Bethel antreten wird. Ihr Berufsziel: Kinderärztin. Drei junge Leute, die mit Energie und Selbstbewusstsein in die Zukunft sehen. Vorbild und Antrieb zugleich für die neuen „Aufwindler“. Arslan, Christy, Elif, und Manuel.
Bei angenehmen Temperaturen, leckerem Essen und kühlen Getränken nutzten die Gäste den Abend zum angeregten Austausch. Gesprächsstoff gab es mehr als genug. Auch dafür sorgt die Bürgerstiftung.
