Bürgerstiftung Gütersloh.
Von Bürgern – Für Bürger.

Demokratie wagen und faires Miteinander leben

„Ich bin ein Erwachsener – und ich habe die Macht. Ich habe Geld, Bildung, darf wählen und kann über euch bestimmen.“ Mit diesen provokanten Worten eröffnete Demokrat Ramadani, Projektkoordinator beim Bundesprogramm "Demokratie leben!“ und Lehrbeauftragter an der Universität Bielefeld, kürzlich das von der Bürgerstiftung geförderte erste Gütersloher Lokaltreffen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Mehr als 100 Schüler*innen sowie pädagogische Begleitkräfte kamen in der Anne-Frank-Schule zusammen, um einen ganzen Tag lang unter dem Motto „Gemeinsam stark für ein faires Miteinander“ zu diskutieren, neue Ideen und Wege zur finden. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Demokratie im Schulalltag gelebt werden kann – durch mehr Mitbestimmung, aber auch durch mehr Verantwortung jedes Einzelnen und den Mut, sich einzumischen.

Mit seinem ungewöhnlichen Einstieg hatte der Referent Demokrat Ramadani – dessen Vorname für ihn Programm ist – die Aufmerksamkeit der Jugendlichen gewonnen. Es entwickelte sich schnell ein lebendiger Austausch darüber, warum Jugendliche mehr Mitbestimmung brauchen und wie sie ihre Schule aktiv mitgestalten können. Nicht von ungefähr hatte Ramadani seinen interaktiven Vortrag „Demokratie gibt's nur, wenn Jugendliche mächtiger werden“ betitelt.

In den anschließenden Workshops arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit ausgebildeten MIT-Trainerinnen des Netzwerks Gewaltprävention weiter an den zuvor diskutierten Themen und Erfahrungen. Gemeinsam entwickelten sie Ideen und Methoden für mehr Mitbestimmung, Demokratie und ein faires Miteinander an ihren Schulen. Parallel dazu erörterten die Lehrkräfte mit Demokrat Ramadani, wie Jugendliche in ihrem Engagement gestärkt und intensiver am Schulleben beteiligt werden können.

Mindestens genauso wichtig wie die Workshops waren die Begegnungen dazwischen. Beim bunten Buffet, zu dem jede Schule etwas beigesteuert hatte, und dem gemeinsamen Mittagessen entstanden neue Kontakte zwischen den Schulen. Überall wurde diskutiert, gelacht und über Projekte gesprochen. Der Netzwerkgedanke war den ganzen Tag über spürbar.

Zum Abschluss gehörte die Bühne den Jugendlichen. An zahlreichen, großformatigen Plakaten der „Aktion Courage“zu Themen wie Demokratie, Vielfalt und Zivilcourage erklärten sie, was ihnen wichtig ist. Dabei wurde deutlich, wie engagiert und reflektiert sie sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen. Dass der Austausch auch nach dem Lokaltreffen weitergehen soll, zeigte eine Schülerin auf ganz praktische Weise: Spontan erstellte sie einen QR-Code für eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe, damit die engagierten Jugendlichen der Netzwerkschulen künftig ihre Ideen teilen, Aktionen planen und sich gegenseitig unterstützen können. Und davon profitieren jetzt auch drei weitere Schulen, die dem Netzwerk neu beigetreten sind:  das Evangelisch Stiftische Gymnasium Gütersloh, die Mosaikschule Gütersloh und das Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock.

„Wenn Jugendliche sich vernetzen, voneinander lernen und gemeinsam Ideen entwickeln, dann ist genau das der Gedanke von ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, zog Regionalkoordinatorin Sabine Heidjann, die die Veranstaltung gemeinsam mit Katharina Beil und der Schülervertretung der Anne-Frank-Gesamtschule vorbereitet hatte, zufrieden Bilanz.  

Am Ende nahmen die Teilnehmenden von diesem gelungenen Lokaltreffen, das außer von der Bürgerstiftung Gütersloh vom Netzwerk Gewaltprävention und vom Kommunalen Integrationszentrum unterstützt wurde, nicht nur viele neue Ideen mit nach Hause, sondern auch neue Kontakte - und die Motivation, sich gemeinsam weiter für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Ganz im Sinne des Mottos „Gemeinsam stark für ein faires Miteinander“.

 
Foto Mark Graff