Einfach mal miteinander reden. Sich in entspannter Atmosphäre austauschen – egal aus welchem Land man kommt. Die Bürgerstiftung Gütersloh macht's möglich mit ihrem offenen und kostenlosen Angebot „Dialog in Deutsch“. Am 15. September geht es in die nächste Runde. Zweimal pro Woche – immer dienstags und donnerstags ab 17 Uhr sind (Neu-)Bürger mit Migrationshintergrund in die Stadtbibliothek Gütersloh eingeladen, in lockeren Gesprächsrunden ihre deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern. Denn: „Sprache verbindet nicht nur, sie öffnet auch Türen, weil sie die entscheidende Grundlage ist, um sich hier ein neues Leben aufzubauen“, sagt Projektleiterin Barbara Bierfischer.
Das Angebot, das es seit mehr als zehn Jahren gibt und an dem schon hunderte von Menschen aus über 40 Nationen teilgenommen haben, ist generationsübergreifend und überkonfessionell. Es richtet sich an Frauen und Männer, an Jugendliche wie an Erwachsene. Ein Erfolgsprojekt, in dem sich anfangs vor allem Flüchtlinge aus Syrien, dem Iran, Irak und Afghanistan trafen. Aktuell sind es verstärkt Interessenten, die es kriegs- oder jobbedingt aus osteuropäischen Ländern nach Gütersloh geführt hat.
Zusammen mit Barbara Bierfischer sind zehn Ehrenamtliche aktiv, um die Gesprächsrunden stets zu zweit zu moderieren. Da wird über Jahreszeitliches geplaudert, über Sitten und Gebräuche in der alten wie in der neuen Heimat, über alltägliche Begebenheiten und besondere Erlebnisse. Jedes Treffen wird thematisch vorbereitet. „Aber wir lassen der Gesprächsentwicklung auch gern ihren Lauf, wenn sich etwas Aktuelles aus dem Kreis der Anwesenden ergibt“, erläutert Barbara Bierfischer. „Wir korrigieren auch nicht jedes Wort, denn uns ist wichtig, dass die Teilnehmenden sich überhaupt trauen, etwas zu sagen und sich auf einen Erfahrungsaustausch einzulassen.“ Und falls jemandem tatsächlich mal die Worte fehlen, dann werden eben Hände und Füße zur Hilfe genommen. Jeder der Anwesenden weiß ja, wie schwer es ist, sich in einer fremden Sprache verständlich zu machen. So wird nicht nur viel gelacht bei den Treffen, sondern auch viel gelernt.
Und das auf beiden Seiten. „Wir sind immer wieder beeindruckt von der Wissbegierde dieser Menschen, die alles über ihr neues Zuhause lernen wollen. Im Gegenzug erfahren wir als Moderatoren viel über andere Lebensweisen und Traditionen. Das ist „Gütersloh International“ live und im besten Sinn“, attestieren Dietlind Schnülle und Rieke Rohland. „Und was man an berührenden Biografien, Schicksalen und Flüchtlingsgeschichten bei diesen Treffen erfährt, das ist sehr bewegend“, ergänzen Jürgen Droop und Chris van Leeuwen. So ist der „Dialog in Deutsch' eine Win-Win-Situation für alle. Ein gelebter Brückenschlag zwischen den Kulturen.
„Dialog in Deutsch“ findet immer dienstags und donnerstags von 17 bis 18 Uhr in der Gütersloher Stadtbibliothek statt. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Nähere Informationen gibt es per Flyer oder im Internet unter www.buergerstiftung-guetersloh.de/informieren/projekte/detail/article 21-dialog-in-deutsch.
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Sprache verbindet: Barbara Bierfischer (vorn), Projektleiterin des von der Bürgerstiftung Gütersloh geförderten, offenen und kostenlosen Sprach-Angebots „Dialog in Deutsch“, freut sich zusammen mit den Mentoren (v. l.) Chris van Leeuwen, Rieke Rohland, Dietlind Schnülle und Jürgen Droop aufs erste Treffen nach den Sommerferien am Dienstag, 15. September, in Stadtbibliothek.
