Bürgerstiftung Gütersloh.
Von Bürgern – Für Bürger.

Start frei fürs Biodiversitätsprojekt

 Es ist ein Vorzeigeprojekt, das die Artenvielfalt im Kreis Gütersloh schützen und stärken soll: Die Kreisjägerschaft startet am 1. Januar 2027 ein großangelegtes, bis Ende 2029 laufendes Biodiversitätsprojekt. Möglich wird das, weil die Kosten zu gleichen Teilen von ihr, von der Volksbank in Ostwestfalen, der Autohaus Mense GmbH sowie von den fünf im Kreis ansässigen Bürgerstiftungen Gütersloh, Herzebrock-Clarholz, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg und Versmold übernommen werden. Für die Stiftungen ist es das erste gemeinsame Projekt überhaupt.

Grund für dieses wegweisende Kooperation ist die Tatsache, dass im sogenannten Offenland - den nicht überbauten oder von Wald dominierten Flächen - des Kreises die Artenvielfalt zurückgeht. Es gibt zwar Biotope, aber die sind oft nicht miteinander vernetzt. Und in der Agrarlandschaft fehlt es an Rückzugsflächen für Tiere und Pflanzen. Genau hier setzt das Projekt an.

Ziel ist es, eine flächendeckende und dauerhafte Verbesserung der Lebensräume in der Feldflur zu erzielen. Dafür arbeiten Landwirtschaft, Jägerschaft, Naturschutzbehörde und Landwirtschaftskammer gemeinsam an einem ganzheitlichen Ansatz. In dessen Mittelpunkt stehen die Revierberatung sowie die Ermittlung und Empfehlung möglicher Fördertöpfe, aus denen die Landwirtschaft einen finanziellen Ausgleich erhalten kann, wenn sie Flächen für die Entwicklung sogenannter Strukturbrücken abgibt. 

 

Damit sind nicht nur eigens gepflanzte Hecken oder ökologisch genutzte Ackerrandbereiche und Feldraine gemeint, sondern vor allem gezielt angelegte Blühstreifen inmitten großer Ackerflächen, etwa in Wintergetreideschlägen. Sie lockern die großflächigen Monokulturen auf und haben eine wichtige ökologische Funktion, denn sie bieten zu jeder Jahreszeit – bis zu fünf Jahre lang - Nahrung und Deckung. Nicht nur Rebhühner, Fasane und Hasen finden dort Schutz vor Fressfeinden, auch andere Offenlandarten wie Kiebitz und Feldlerche oder nicht jagdbare Arten wie Singvögel profitieren davon. Und nicht zu vergessen: Die eingesäten Wildkräutermischungen ziehen Insekten an, die wiederum vielen Vogelarten als Nahrung dienen.

Auf dem Rhedaer Hof Meloh von Rainer Hollenbeck haben sich kürzlich Ralf Reckmeyer als Vorsitzender der Kreisjägerschaft, sein Stellvertreter Rolf Bellmann sowie Naturschutz-Obfrau Annegret Fronemann zusammen mit den Vertretern der fünf Bürgerstiftungen ein Bild davon machen können, wie Strukturbrücken funktionieren.  „Wir sehen Biodiversität und Ökosystemvielfalt als elementar an. Deshalb unterstützen wir alle dieses Projekt, das gezielt dem Artenschwund sowie dem Verlust und der Schädigung von Lebensräumen entgegenwirkt, indem es Biotope dauerhaft miteinander vernetzt“, war sich Doris Pieper von der Bürgerstiftung Gütersloh mit ihren Kollegen Gregor Korsten (Herzebrock-Clarholz), Stefan Renpening (Rheda-Wiedenbrück), Heinrich Rasche (Rietberg) und Rainer Eggert (Versmold) einig.

„Dieses Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz an einem Strang ziehen“, lobte Annegret Fronemann. Die Kreisjägerschaft stemmt die gesamte Organisation ehrenamtlich, damit jeder unterstützende und gespendete Euro direkt in die Fläche fließt.  „Es wäre super, wenn wir im Kreis Gütersloh mit diesem Biodiversitätsprogramm genauso erfolgreich werden, wie es unsere Nachbarkreisjägerschaft in Warendorf in den letzten Jahren vorgemacht hat“, betont Ralf Reckmeyer. Unter dem Titel „W-Land“ konnten dort rund 260 zusätzliche Hektar als Flächen für den Artenschutz gewonnen und entsprechend hergerichtet werden.  Die Hoffnung ist groß, dass sich engagierte Landwirte auch über die Projektlaufzeit hinaus weiter für die angelegten Flächen einsetzen werden.

Info-Kasten:

Ansprechpartnerin für Rückfragen: Annegret Fronemann Obfrau für Naturschutz, Kreisjägerschaft Gütersloh a.fronemann(at)kjs-guetersloh(dot)de

Spendenkonto

Die Kreisjägerschaft freut sich über Spenden zur Unterstützung ihres Biodiversitätsprojekts. Jeder Euro kommt unserer Fauna und Flora zugute.

Empfänger: Kreisjägerschaft Gütersloh e.V.

IBAN DE79 4786 0125 2030 4001 05

Verwendungszweck „Name + Spendenquittung“

Foto:

Machen sich stark für mehr Biodiversität im Kreis Gütersloh: (v. l.) Rolf Bellmann, Ralf Reckmeyer und Annegret Fronemann von der Kreisjägerschaft, Heinrich Rasche (Bürgerstiftung Rietberg), Doris Pieper (Bürgerstiftung Gütersloh), Gregor Korsten (Bürgerstiftung Herzebrock-Clarholz), Stefan Renpening (Bürgerstiftung Rheda-Wiedenbrück) und Rainer Eggert (Bürgerstiftung Versmold).