Bürgerstiftung Gütersloh.
Von Bürgern – Für Bürger.

Rekrutierung und Integration ausländischer Pflegekräfte

Projektzeitraum: 2023 - 2026

Der Mangel an gut ausgebildeten Pflegekräften ist allgegenwärtig. Das Klinikum Gütersloh hat deshalb gemeinsam mit der Bürgerstiftung Gütersloh sowie der Erich und Katharina Zinkann-Stiftung 2023 ein Projekt ins Leben gerufen, das ausländische Pflegekräfte rekrutiert, ihnen eine fundierte Ausbildung und eine echte Perspektive in Deutschland bietet. Die Stiftungen haben das Modellprojekt in den ersten drei Jahren mit insgesamt 216.000 Euro unterstützt und für weitere zwei Jahre 172.900 Euro zugesagt. Die Bürgerstiftung übernimmt 2/3 , also rund 130.000 Euro, und die EKZ-Stiftung 1/3.

 

Diagnose: Notstand

Der Fachkräftemangel im deutschen Gesundheitswesen spitzt sich zu: Laut einer Studie können – wenn nicht gegengesteuert wird - im Jahr 2035 knapp 1,8 Millionen offene Stellen nicht mehr besetzt werden, weil qualifizierte Kräfte fehlen. Das entspricht einem Engpass von 35 Prozent. Bereits heute liegt der Versorgungsengpass bei rund sieben Prozent. Es gilt, nachhaltige Lösungen zu finden.

 

Intensiver Einsatz

Das Klinikum Gütersloh rekrutiert die Pflegekräfte aus Indien, der Ukraine, dem Kosovo und Tunesien. Hinzu kommen Ausbildungswillige aus Mexiko, die an der Berufsschule ZAB  zur Pflegefachkraft werden. Sie sind Teil des von der EU geförderten APAL-Programms (Ausbildungspartnerschaften in Lateinamerika), bei dem das Klinikum Gütersloh mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Goetheinstitut Mexiko zusammenarbeitet.

 

 Fünf Stunden sitzen sie alle täglich in Vorbereitung auf ihre Arbeit in Deutschland im Online-Deutschkursus, um neben der Alltagssprache auch das medizinische Fachvokabular zu lernen. In Gütersloh angekommen, erfahren sie in den ersten Monaten vormittags eine intensive Einarbeitung auf der Station oder in Praxiskursen. Nachmittags absolvieren sie weitere Sprachkurse. Es folgt die achtmonatige Vorbereitung auf die sogenannte Kenntnisprüfung. In Online-Modulen und praktischem Unterricht lernen die angehenden Pflegefachkräfte alles Wichtige über hygienisches Arbeiten, Körperpflege, Mobilisation und das deutsche Gesundheitssystem.

 

Medizin und Miteinander

Die fachliche Ausbildung ist das eine, Integration das andere. Auch da unterstützt das Recruiting-Team vor Ort. Es übernimmt die Organisation von Wohnungen, hilft beim Eröffnen eines Kontos oder bei Behördengängen. Auch gemeinsame Ausflüge oder eine Stadtführung gehören zur Willkommenskultur.  Und nicht zuletzt gilt: Es werden nicht nur die neuen Fachkräfte geschult, sondern auch die Teams auf den Stationen. Denn: Der soziale Aspekt des Ankommens und des Gefühls der Zugehörigkeit ist entscheidend für den Erfolg des Projektes.