Ob es der kleine grüne Kaktus ist oder der Schneewalzer – Musik von „damals“ ist unvergessen, wirkt vertraut, weckt Erinnerungen und entwickelt dadurch eine große emotionale Kraft. Auch und gerade bei Senioren mit demenzieller Erkrankung. Um ihnen eine kulturelle Teilhabe zu ermöglichen, fördert die Bürgerstiftung Gütersloh ein speziell auf deren Bedürfnisse zugeschnittenes neues Konzertangebot: die „Erinnerungsstücke“.
Der Ton macht die Musik
Im Rahmen des von Stephanie Riemenschneider konzeptionierten Pilotprojekts besuchen ausgewählte Lehrkräfte und Instrumentalisten der Schule für Musik im Kreis Gütersloh die teilnehmenden Senioren(pflege)einrichtungen, um die Älteren dort in interaktiven Workshops auf die zweimal im Jahr im Theater Gütersloh geplanten Konzerte vorzubereiten. Dabei erleben die Senioren bei aller demenziellen Einschränkung die Musik doch mit allen Sinnen: Es werden Stücke aus dem Programm – vom Schlager bis zur Klassik - vorgespielt, gemeinsam gesungen oder erklatscht. Als kleine Helfer agieren die „Musikriesen“ - Kinder im Vorschulalter, die mit ihrer Lebendigkeit die Senioren animieren und mitreißen.
Das ist der Hit
Für die Konzerte wird die Studiobühne des Theaters eigens zu einer Art Café umgebaut. Denn die Senioren sollen nicht in ungewohnter Umgebung „fremdeln“, sondern sich wohlfühlen, um die zielgruppenorientiert moderierten Veranstaltungen ungestört genießen zu können – zusammen mit ihren Angehörigen oder Pflegekräften und allen Interessenten, die dieses neue Angebot kennenlernen möchten.
Gelungene Gesamtkomposition
Die „Erinnerungstücke“ sind nicht nur eine gelungene Kooperation zwischen der Kreismusikschule, dem Fachbereich Soziales der Stadt, dem Theater Gütersloh sowie der Bürgerstiftung. Als wegweisendes Modell zählt es auch zu jenen 13 Projekten, die vom Landesprogramm „Kulturelle Bildung im Alter“ (Kubia) aus 80 NRW-weit eingereichten Bewerbungen zur Förderung ausgewählt wurden.
